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Diagnose - Apps

Michael F. aus Llucmajor fragt:

Ich habe mir eine Applikation auf mein iPhone geladen, mit dem ich Schritt für Schritt Krankheitssymptome bei meinem Hund checken kann und so zu Diagnose und Behandlung gelange. Was halten Sie davon?

 

Lieber Michael!


Ich habe mir Ihr App angesehen und festgestellt, dass es eines der besseren Selbstdiagnoseprogramme ist. Es gibt mittlerweile viele dieser Anwendungen im Internet und leider auch sehr viele sehr schlechte. Prinzipiell ist zu sagen, dass Selbstdiagnoseprogramme – sowohl für Menschen als auch für Tiere – recht gefährlich sein können. Für den Laien mag es zwar hilfreich erscheinen, wenn man „schnell mal nachsehen“ kann, was das eine oder andere Symptom beim eigenen Tier zu bedeuten hat, aber leider kann man damit auch sehr viel Schaden anrichten. Das kann ich aus Erfahrung sagen, denn in der Praxis kämpfen wir schon seit etlichen Jahren mit den Folgen von „Internetbehandlungen“.

Ein gutes – weil häufig vorkommendes – Beispiel ist die Behandlung von einem schmerzenden und tränenden Auge mit kortisonhaltigen Augentropfen, wie sie bei Bindehautentzündungen verwendet werden. Ist nämlich eine Verletzung der Hornhaut die Ursache, kann man mit diesem Medikament folgenschwere Hornhauterkrankungen provozieren. Dem Tierarzt werden die betroffenen Tiere dann meist erst vorgestellt, wenn der Besitzer die Hornhautveränderung schon mit bloßem Auge erkennt. Und das ist in den meisten Fällen leider erst sehr spät.

Das Problem von programmgeführten Selbstdiagnosen ist, dass der Laie natürlich nicht wissen kann, wann ein Krankheitszeichen oder eine Behandlung gefährlich sein könnte. Ohne Hintergrundwissen scheint es nicht unbedingt bedrohlich, wenn mal ein Auge tränt. Und selbst bei Programmen, bei denen auf Differentialdiagnosen hingewiesen wird, versucht man es meist doch erst einmal selbst. Wenn es nicht hilft, kann man ja immer noch zum Tierarzt gehen.

Leider ist es in der Regel nicht so einfach. Meine Kollegin sagt immer, ein Tier sei kein Fahrrad. Ein Vergleich, den ich sehr zutreffend und anschaulich finde. Ist ein Organ erst einmal „kaputt“, lässt es sich eben nicht wie einen Fahrradschlauch oder eine defekte Gangschaltung „reparieren“ oder ersetzen.

Wenn man also genauer darüber nachdenkt, sollte es klar werden, dass viele Jahre Medizinstudium und langjährliche Erfahrung nicht wirklich durch ein iPhone-App ersetzt werden können.