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Nasenbluten

Heinz H. aus Villafranca fragt:

Unser Schäferhundmischling hatte gestern zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage heftiges Nasenbluten. Ansonsten verhält er sich ganz normal und macht keinen kranken Eindruck. Was könnte die Ursache sein?

 

Lieber Heinz!


Normalerweise tritt Blut aus der Nase aus, wenn Blutgefäße in der Nasenschleimhaut verletzt werden oder reißen. Handelt es sich dabei um einzelne Gefäße hält das Nasenbluten (medizinisch = Epistaxis) meist nur kurz an und der Blutverlust ist gering. Treten flächenhafte Schleimhautblutungen auf, kann ein heftiger und lang anhaltender Blutaustritt erfolgen. Einer Epistaxis – vor allem, wenn sie wiederholt auftritt – sollte immer nachgegangen werden, denn es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, die Nasenbluten auslösen können.

Geht der Blutung ein Unfall voraus, liegen die Gründe auf der Hand. Jedes Schädeltrauma kann zu Verletzungen innerhalb der Nase oder der mit ihr verbundenen Strukturen führen, die bluten können. Dazu zählen auch chemische Schleimhautreizungen, wie beispielsweise das Einatmen von ätzenden Gasen o. Ä.

Tritt die Blutung im Zusammenhang mit spontan auftretendem, sich wiederholendem Niesen – z. B. unmittelbar nach einem Spaziergang – auf, kann man davon ausgehen, dass sich ein Fremdkörper ins Naseninnere verirrt hat. Häufige Auslöser sind die Grannen und Spelzen von Gräsern und wildem Hafer. Entwickelt sich die Epistaxis langsam, d. h., sporadisches und leichtes Bluten wiederholt sich immer häufiger und verschlimmert sich mit der Zeit, sollte man auch an Tumore innerhalb der Nasengänge, der Nasenscheidewand oder der Nebenhöhlen denken. In dieser Situation kommen zum Nasenbluten oftmals auch Atembeschwerden hinzu. Dasselbe gilt für lokale Pilzerkrankungen, die auch in der Tiermedizin häufig auftreten.
Nasenbluten kann aber auch Ausdruck bzw. Begleiterscheinung einer Allgemeinerkrankung sein. Bestimmte Herz- und Nierenerkrankungen können zu Bluthochdruck und damit zum Druckanstieg in den Blutgefäßen führen. Das Platzen kleinerer Gefäße kann dann eine Epistaxis bewirken. Vergiftungen können im gesamten Körper und somit auch in der Nase zu Blutungen führen. Ebenso können angeborene Blutgerinnungsstörungen oder Gerinnungsstörungen mit medikamentellem Hintergrund sowie Krankheiten der Blut bildenden Systeme, wie beispielsweise Leukämie, Nasenbluten verursachen.

Bei uns in Mallorca ist die mit Abstand am wahrscheinlichste Ursache für wiederholtes Nasenbluten beim Hund eine Infektionskrankheit. Erlichien, Babesien und Leptospiren kommen als verursachende Erreger in Frage. Vor allem drängt sich jedoch der Verdacht einer Leishmaniose auf. Diese parasitäre, von Stechmücken übertragene Krankheit ist von allen hier vorkommenden Infektionskrankheiten am häufigsten von Nasenbluten begleitet. Dieser Verdacht bleibt auch bestehen, wenn das Tier ansonsten keine Auffälligkeiten zeigt.

Sie sehen, Heinz, die Gründe für das Nasenbluten Ihres Hundes können sehr vielfältig sein. Und je nach Ursache muss selbstverständlich völlig verschieden behandelt werden.