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Urachusfistel

Michael F. aus Bahia Grande fragt:

Bei meinem zwei Monate alten Katzenwelpen tröpfelt manchmal Flüssigkeit aus dem Nabel und irgendwie fühlt es sich an, als ob ein Loch im Bauch wäre. Haben Sie so etwas schon einmal gehabt?

 

Lieber Michael!


Bestimmt handelt es sich dabei um eine angeborene Missbildung, eine so genannte Urachusfistel. Zur Erklärung muss ich ein wenig ausholen.
Wenn sich ein Embryo entwickelt, teilen sich Zellen, die von verschiedenen so genannten Keimblättern ausgehen. Es entstehen Strukturen, die später zu Organen ausgebildet werden. Viele dieser embryonalen Strukturen haben Verbindung zur mütterlichen Plazenta oder bilden diese mit.
So entsteht beispielsweise schon im frühen Entwicklungsstadium des Säugetiers die embryonale Harnblase, die so genannte Allantois. Sie ist eine Aussackung des embryonalen Enddarms und hilft bei der Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte über die Plazenta. Im Laufe der Entwicklung bildet sich die Allantois zum „Urharngang“, dem Urachus, um. Der Urachus ist eine langgestreckte Struktur, die von der späteren Harnblase bis in die spätere Nabelschnur hinein verläuft. Noch vor dem Ende der Fetalzeit verschließt sich dieser Urachus und verwandelt sich zu einem bandähnlichen Strang, an dem die Harnblase befestigt bleibt.
Kommt es zu Störungen in Rückbildung und Verschluss, wird in der Regel ein Welpe mit Missbildungsdefekt geboren. Einer dieser Defekte ist die oben erwähnte Urachusfistel. Sie entsteht, wenn zwischen Harnblase und Nabel eine offene Verbindung bestehen bleibt. Der Urin kann daher von der Blase über die Urachusfistel durch den Nabel nach außen auf die Haut tröpfeln. Das kann im Laufe der Zeit zu Komplikationen führen, wie beispielsweise zu Infektionen des Nabels oder zu chronischen Hautdefekten in der Umgebung des Harnträufelns. Die Behandlung besteht in der chirurgischen Behebung des Problems. Die Urachusfistel und die Bauchöffnung werden verschlossen und die Prognose einer solchen Behandlung ist gut.