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Gelber Knopf (Trichomoniasis)

Kirsten M. aus Cala Radjada fragt:

Ich habe eine kleine Voliere mit Kanarienvögeln und hatte dieses Jahr zum ersten Mal eine Nachzucht. Leider haben meine Tiere seit kurzem alle verklebte Augen und einer der Jungen frisst jetzt nicht mehr. Was soll ich tun?

 

Liebe Kirsten!


Sie sollten zum Tierarzt gehen, denn es könnte sich um Trichomoniasis handeln. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Infektionskrankheit, die von einem einzelligen Erreger namens Trichomonas gallinae verursacht wird. Diese Protozoen können unauffällig im Vogelorganismus leben und bei besonderen Situationen wie beispielsweise Stress als Krankheitserreger in Erscheinung treten. Auch können sie von außen eingeschleppt werden.

Der Hauptübertragungsweg ist über den Kropfinhalt, also insbesondere beim Füttern von Jungtieren. Die typische Symptomatologie beim Kanarienvogel sind geschwollene Augenlider, eitriger Augenausfluss und verklebte Federn rund um die Augen. Bei Tauben dagegen ist die Krankheit unter dem Begriff „gelber Knopf“ bekannt, da sich bei diesen Vögeln hauptsächlich runde eitrige Beläge im Schnabel- und Rachenraum zeigen.

Unbehandelt entwickeln sich unter der Infektion Entzündungen der Nebenhöhlen, der Luftwege und nicht selten auch der Leber. Typisch bei Kanarienvögeln ist die Entstehung von käsigen Granulomen um die Augen und im gesamten Kopfbereich. Diese Geschwulste jucken und veranlassen die Vögel, sich an den Käfigstäben oder an den Einrichtungsgegenständen zu reiben. Auf diese Art erfolgt eine systematische Verteilung des Erregers in der gesamten Umgebung der Tiere.

Die Diagnose wird entweder klinisch – oder bei unklaren Symptomen – durch den Erregernachweis unter dem Mikroskop gestellt. Die Behandlung setzt an vier Stellen an. Zunächst werden die Trichomonaden mit einem entsprechenden Antibiotikum bekämpft. Je nach Medikament gibt es verschiedene Behandlungsprotokolle (zwischen 5 und 7 Tagen), die auch genau eingehalten werden sollten, da die Resistenzentwicklung der Erreger sehr hoch ist. Eventuell muss auch zwischen verschiedenen Produkten rotiert werden. Der nächste Schritt gilt der Kontrolle von eventuellen Sekundärinfektionen durch Bakterien oder Pilze. Gleichzeitig sollten Vitamine substituiert werde, wie bei allen Schleimhaut irritierenden Erkrankungen beim Geflügel. Besonders Vitamin A ist als Antioxidans, Immunstimulans und Leberschutzmedikament obligatorisch. Zuletzt bietet sich bei kleinen Beständen noch die zusätzliche lokale Applikation von Medikamenten an, wenn der Eingriff nicht zu viel Stress für die Tiere bedeutet.

Die Prognose der Krankheit ist gut. Besonders bei einem Therapiebeginn im Anfangsstadium ist eine hundertprozentige Genesung zu erwarten.