Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Bekämpfung

Justus und Marianne S. aus Palma fragen:

Aufgrund Ihres Artikels im letzten Frühjahr haben wir dieses Jahr besonders auf etwaige „Prozessionen“ dieser gefährlichen Raupe geachtet. Und wir haben diese Woche zum ersten Mal massenhaft sowohl die Nester als auch die Tiere selber gesehen. Wir sind jetzt sehr besorgt um unsere Kinder und unsere Hunde. Warum unternimmt denn keiner etwas gegen diese Gefahr?

 

Liebe Marianne. lieber Justus!


Sie haben Recht, die Raupen sind wieder da und die Plage ist enorm. Trotz der breit angelegten Bekämpfungsmaßnahmen, die letztes Jahr vom Umweltministerium in die Wege geleitet wurden, scheint sich die Kiefern-Prozessionsspinnerraupe auszubreiten. Abgesehen von der Gefahr für Mensch und Tier stellt die Thaumetopoea pityocampa, wie die Raupe mit wissenschaftlichem Namen heißt, eine große Bedrohung der einheimischen Kiefernwälder dar. Die Entlaubung und Schwächung der Bäume, die durch den Prozessionsspinner verursacht wird, erleichtert es anderen Schädlingen, den Baum zu befallen. In den stark betroffenen Gebieten sind große Baumverluste offensichtlich. Die schlechte Koordination bei der Bekämpfung seitens der Ministerien hat in den letzten Jahren bereits zu erheblichen Schäden geführt. In dieser Saison reagierte das Umweltministerium jedoch rechtzeitig mit der Herausgabe von Broschüren und Plakaten in englischer und spanischer Sprache (auch bei uns in der Praxis zu bekommen), sowie mit einem Info-Telefon „rund um den Prozessionsspinner“ unter der Nummer: 900 15 16 17.
Bei der Raupe handelt es sich um ein Entwicklungsstadium eines Schmetterlings, der sich im Sommer entpuppt und insgesamt fünf Verwandlungsstadien durchläuft. Aus den Eiern, die im Baum selbst abgelegt werden, entwickeln sich die Raupen, die sich im Laufe des Winter mit einem watteartigen Nest umgeben, das ihnen optimale Temperaturverhältnisse bietet. In den Nestern befinden sich jeweils zwischen 60 und 200 Raupen, die von einer großen Anzahl dünner Härchen umgeben sind. Die Haare enthalten eine toxische Substanz namens „Taumatopein“. Kommen diese Härchen in Kontakt mit Haut oder Schleimhaut wird dort Histamin freigesetzt, was bei dem Betroffenen eine allergische Reaktion auslöst. Wenn im Frühjahr die Temperaturen anhaltend 10° C übersteigen, verlassen die Raupen ihre Bäume in prozessionsartiger Formation, um sich zur weiteren Entwicklung in die Erde einzugraben. Werden sie jetzt in irgendeiner Art belästigt, lösen sich die feinen Borsten vom Raupenkörper. Beim Kontakt mit dem „potenziellen Feind“ platzen die Härchen und entfalten ihre schädliche Wirkung. Das Gleiche geschieht auch bei windigem Wetter, wenn in den Nestern verbliebene Haare verweht werden. Allergische Reaktionen können somit ausgelöst werden, obwohl kein direkter Raupenkontakt bestand.
Die Symptome bei den Betroffenen sind unterschiedlich, je nachdem, wo am Körper der Kontakt mit den Raupenhaaren stattgefunden hat. Beim Menschen ist die ungeschützte Haut gefährdet. Katzen spielen mit ihrer „Beute“ und verteilen die Härchen dann beim Putzen vor allem im Gesicht. Hunde nehmen die Raupe in der Regel mit dem Maul auf. Innerhalb von Minuten schwillt die Zunge um ein Mehrfaches an. Speicheln, Brechen und Atemnot können folgen und auch schwere „Verätzungen“ auf der Zunge sind häufig. Was ich Ihrer ganzen Familie rate, Justus und Marianne, ist: Vermeiden Sie in dieser Jahreszeit Kiefernwälder, vor allem bei windigem Wetter. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Hunde „Raupenkontakt“ hatten, zögern Sie nicht, Ihren Tierarzt aufzusuchen. Die Tiere müssen so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden, denn die schwerwiegenden Folgen können durch rechtzeitige therapeutische Maßnahmen erheblich abgeschächt werden.