Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Gendefekt bei englischen Hütehunden

Manfred E. aus Can Pastilla fragt:

Sie schreiben von der Medikamentenunverträglichkeit bei Hütehunden, wie den Collies. Wie kommt denn so etwas zustande? Wie haben einen Bobtail-Mischling, müssen wir da auch aufpassen?

 

Lieber Manfred!


Es handelt sich dabei um einen so genannten MDR1-Gendefekt. MDR1 ist ein Gen, welches das Glykoprotein P (Gp-P) kodifiziert. Gp-P ist ein Eiweiß, das sich in vielen Körperzellen befindet und beim Transport von chemischen Stoffen, wie beispielsweise Medikamenten, eine entscheidende Rolle spielt. Es schützt nämlich viele Grenzzonen im Körper vor dem Eindringen der Stoffe. Solche Grenzzonen sind die Blut-Hirn-Schranke, die Plazenta, die Schleimhäute usw. Gleichzeitig fördert das Protein die Ausscheidung dieser Stoffe über Darm, Galle oder Urin.

Hunde mit dem MDR1-Gendefekt können dieses Protein nicht produzieren, oder sie produzieren es in nicht ausreichender Menge. Das heißt, Medikamente gelangen in Körpersysteme, wie zum Beispiel ins Gehirn, in denen sie toxische Wirkungen entfalten.
Diese Mutation ist wahrscheinlich auf einen einzigen Hund zurückzuführen, der Mitte des 19. Jh. gelebt hat und hauptsächlich an der Entstehung der Rasse Collie beteiligt war. Die Mutation wurde weitervererbt und findet sich heute in allen Rassen, in die irgendwann einmal Collie eingekreuzt wurde. Die Aufklärung des Phänomens dieser seit etwa 20 Jahren bekannten Medikamentenunverträglichkeit gelang im Labor mit der Generierung einer „Knockout-Maus“, bei der das MDR1-Gen ausgeschaltet werden konnte.

Prinzipiell sollte man bei allen Hunden, die einen „Collie-Anteil“ enthalten könnten, vorsichtig sein mit Medikamentengaben. Es könnten Risikopatienten sein, die bestimmte Stoffe gar nicht oder nur exakt dosiert vertragen. Will man als Hundehalter ganz genau wissen, ob das Tier betroffen ist, kann man bei bestimmten Instituten mittels einer Blutprobe einen genetischen Test durchführen lassen.