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Perianaltumoren

Gudrun J. aus Deutschland fragt:

Hilfe! Mein alter Rüde hat Perianaltumoren, was ist das und was muss ich tun?

 

Liebe Gudrun!


Tumoren im Analbereich älterer Hunde sind recht häufig und machen an die 5 % aller bei Hunden auftretenden Tumoren aus. Man muss dabei zwischen drei vorkommenden Tumortypen unterscheiden.
Am häufigsten kommen Adenome der Zirkumanaldrüsen vor. Das sind gutartige Geschwulste, die einzeln oder auch multipel aus modifizierten Talgdrüsen der Analumgebung ausgehen. Prädisponiert für diese Erkrankung sind ältere intakte Rüden, da die Tumoren hormonellen Einflüssen unterliegen. Die Geschwulste erscheinen auf der unbehaarten Haut in Anusnähe als hervortretende, zwischen einem halben und drei Zentimeter messende Knoten, die leicht verletzbar sind und oftmals auch als blutende Geschwüre in Erscheinung treten. Die einzelnen Knoten sind meist von ihrer Umgebung klar abgegrenzt und gegenüber der Unterlage verschieblich. Man erlebt häufig, dass betroffene Tiere den After intensiv belecken. Es ist auch nicht selten, dass diese Geschwulste im Zusammenhang mit Hodentumoren auftreten. Sind sie sehr groß, kann es sogar zu Störungen beim Kotabsatz kommen.
Wesentlich seltener kommen die bösartigen Adenokarzinome derselben Drüsen vor. Diese Tumoren sieht man ebenfalls bei alten intakten, aber auch bei spät kastrierten Rüden. Sie wachsen nicht abgegrenzt, sondern infiltrativ und metastasieren im fortgeschrittenen Stadium auch in die regionalen Lymphknoten. Adenokarzinome können sehr schnell sehr groß werden und sind gegenüber dem Untergrund nicht verschieblich.
Bei der dritten Kategorie der Perianaltumoren handelt es sich um die bösartigsten, nämlich um die Analbeutelkarzinome. Diese Tumoren gehen von Drüsen der Analbeutel aus und metastasieren bereits sehr früh in die regionalen Lymphknoten und ins Lungengewebe. Diese Krankheit kommt häufig bei Hündinnen zum Ausbruch.
Die Diagnose wird – neben der klinischen Erscheinung und Geschlechterdisposition – durch histopathologische Untersuchung gesichert.
Therapeutisch werden alle drei Tumorformen zunächst chirurgisch entfernt. Beim Adenom wird gleichzeitig eine Kastration des Rüden durchgeführt. Da der Erkrankung eine hormonelle Steuerung zugrunde liegt, erreicht man mit dieser Therapie in der Regel eine 90-prozentige Heilung des Patienten, die Prognose ist also sehr gut. Schwieriger wird es bei den Karzinomen. Neben der Tumorentfernung müssen bei diesen Patienten auch die betroffenen Lymphknoten operiert werden und je nach Stadium der Erkrankung muss eine begleitende Bestrahlungs- oder Chemotherapie eingeleitet werden. Die Prognose kann in diesen Fällen nur individuell und abhängig vom Fortschritt der Tumorkrankheit gestellt werden.