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Perinealhernie

Thomas G. aus Andratx fragt:

Unser alter Mischlingsrüde „Carlos“ hatte in letzter Zeit häufig Probleme mit dem Kotabsatz. Jetzt hat sich an einer Seite neben dem After so eine Art Sack gebildet. Kann das ein Tumor sein?

 

Lieber Thomas!


Ihrer Beschreibung nach könnte es eher sein, dass Carlos unter einem Dammbruch leidet, einer Krankheit, die hauptsächlich alte, unkastrierte Rüden befällt. Ein Dammbruch – im Fachjargon Perinealhernie genannt – entsteht, wenn das Gewebe der hinteren Beckenmuskulatur, das die Darmwand stützt, einreißt. Eine derartige Gewebeschwäche kann mehrere Hintergründe haben, es wird aber vor allem eine Gewebeerweichung durch den Einfluss männlicher Geschlechtshormone angenommen. Durch den Riss können sich Bindegewebe, Fett und sogar Darm oder Blase nach hinten verlagern und es entsteht ein – je nach Inhalt mehr oder weniger großer – sackartiger Defekt, den man neben dem Anus sehen und fühlen kann. Kotabsatzbeschwerden sind oft der erste Hinweis auf eine bevorstehende Perinealhernie. Denn wenn das Gewebe einreißt, verliert der Enddarm seine Abstützung und beult sich aus, so dass sich der Kot anschoppt und schwer abgesetzt werden kann.
Diese Gewebewunde heilt nicht von alleine. Der Dammbruch lässt sich nur operativ beheben. Organe müssen zurückverlagert und der Riss muss vernäht werden. Eine gleichzeitige Kastration ist dabei unumgänglich, um weiteren Schaden durch den Einfluss der Sexualhormone zu verhindern. Je länger die Hernie besteht, desto schwieriger wird die Operation, da mit der Zeit kaum mehr intaktes Gewebe zum Verschluss des Defekts vorhanden ist. Von daher ist es auch bei alten Hunden nicht sinnvoll, den Eingriff auf die lange Bank zu schieben. Je früher der Eingriff stattfindet, mit desto weniger Komplikationen ist zu rechnen.