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Systemischer Lupus Erythematosus

Renate M. aus Deutschland fragt:

Bei unserem letzten Mallorca-Aufenthalt fing unser Pudel plötzlich an zu humpeln und hatte große Schmerzen, gegen die auch Schmerzmittel nicht geholfen haben. Nach mehreren Untersuchungen hier in Deutschland hat man jetzt "SLE" festgestellt. Wir verstehen nicht genau, was das sein soll. Könnten Sie uns bitte diese Krankheit erklären?

 

Liebe Renate!



SLE ist die Abkürzung für eine Autoimmunerkrankung mit dem Namen Systemischer Lupus Erythematosus, die auch beim Menschen auftreten kann. Bei diesen Arten von Erkrankungen bildet der Körper Abwehrzellen, die sich gegen die eigenen Körpergewebe richten, so genannte "Auto-Antikörper". Wie auch die rheumaähnliche Arthritis gehört SLE zu den autoimmunbedingten Bindegewebserkrankungen. Autoimmunerkrankungen treten plötzlich auf. Als auslösende Ursachen werden verschiedene Mechanismen diskutiert, wie z. B. Medikamentengaben, Virusinfektionen oder auch physikalische Einwirkungen.

Welche Krankheitsbilder auftreten hängt davon ab, gegen welche körpereigenen Zellen sich die Auto-Antikörper richten. Im Fall von SLE sind ihre Ziele bestimmte Blutzellen, Abwehrzellen und Blutgerinnungsfaktoren. Dementsprechend vielseitig sind auch die Symptome der Krankheit. Beim Hund sind sehr häufig der Bewegungsapparat und die Haut betroffen. Lahmheiten, geschwollene Gelenke und schmerzhafte Muskelentzündungen werden vielfach von Hautrötungen, Blasen, Pusteln, Krusten und Haarausfall begleitet. Typisch sind auch Fieberschübe und Blutarmut. Manchmal ruft SLE Nieren- und Herzerkrankungen oder Hirnhautentzündungen hervor, d. h. viele mögliche andere Erkrankungsursachen können "vorgetäuscht" werden. Daher ist es oft ein großes diagnostisches Problem, SLE sicher zu erkennen. Man sollte zunächst alle anderen Krankheiten ausschließen können, die ähnliche Symptomatik mit sich bringen, wie Infektionen, Allergien oder bestimmte Parasitosen. Dann müssen bestimmte Blut- und Urinanalysen durchgeführt werden. Manchmal ist es zusätzlich nötig, Gewebeproben zu entnehmen und untersuchen zu lassen.

Wie bei allen Atoimmunkrankheiten ist eine Behandlung von SLE nur möglich, indem man das Immunsystem "besänftigt", was bedeutet, die überschießende Abwehrreaktion des Körpers zu unterdrücken. Dazu steht uns vor allem das Hormon Kortison zur Verfügung. Obwohl mittlerweile auch in der Tiermedizin einige andere "Immunsuppressiva" erhältlich sind, ist SLE ohne Kortisongaben nur in den seltensten Fällen zu beherrschen. Eine Behandlung muss in der Regel lebenslang erfolgen, da die Krankheit nicht heilbar ist und in unvorhersehbaren Schüben auftritt. Diese können unbehandelt große Folgeschäden im Organismus nach sich ziehen. Deswegen sollte man auch die Prognose vorsichtig stellen, zumal solche Patienten durch ihr unterdrücktes Immunsystem natürlich für alle Arten von Infektionen sehr empfänglich sind.

Ich hoffe, Renate, dass ich Ihnen die Problematik bei der Krankheit Ihres Pudels etwas näher bringen konnte.