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Pemphigus foliaceus

Karl F. aus Santa Ponsa fragt:

Wir waren mit unserem hautkranken und seit sehr langer Zeit vorbehandelten Westi vor kurzem in Ihrer Klinik. Es wurde erstaunlich schnell eine – für uns außerordentlich „exotische“– Diagnose gestellt und es geht ihm heute wieder sehr gut. Würden Sie für uns die Krankheit noch einmal benennen und kommentieren?

 

Lieber Karl!



Beim ersten Tierarztbesuch wurde die Diagnose Flohbefall und Flohspeichelallergie gestellt. Eine Flohbehandlung wurde eingeleitet und eine "Allergiebehandlung" begonnen. Es trat eine kurzfristige Besserung ein, besonders der Juckreiz ließ nach. Der Ausschlag heilte jedoch nicht ab. Ein weiterer Tierarztbesuch brachte einen Pilzbefall der Haut zutage. Der Hund erhielt entsprechende Medikamente, woraufhin eine starke Verschlechterung der Krankheit eintrat. Die Krustenbildung auf der Haut wurde massiv und der Allgemeinzustand des Tiers wurde besorgniserregend. Der Hund hatte Fieber und fraß nicht mehr.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung in unserer Klinik zeigte das Tier 40° C Temperatur, war apathisch und ohne Appetit. Am Bauch und auf dem Rücken befanden sich großflächige, stark krustöse Hautveränderungen. Am Bauch und in den Leisten konnte man zahlreiche gelbe Pusteln erkennen. Der Hund hatte keinen erkennbaren Juckreiz und es waren auch keine Hautverletzungen durch eigenes Beknabbern oder Bekratzen vorhanden.

Die visuelle und mikroskopische Untersuchung auf Ektoparasiten, d. h. auf Flöhe, Läuse oder Milben, war negativ, ebenso wie die Untersuchung auf Endoparasiten, speziell Leishmaniose. Es konnte auch kein Hautpilzbefall festgestellt werden.

Bei der zytologischen Untersuchung des Pustelinhalts vom Bauch wurden Bakterien gefunden. Ebenso konnten bestimmte Zellen nachgewiesen werden (acantholytische Zellen), die den dringenden Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung gaben. Zur Sicherung der Verdachtsdiagnose und dem endgültigen Ausschluss von Pilzen oder Leishmanien wurde eine Hautbiopsie entnommen und an ein Speziallabor geschickt. Dort konnte unsere Diagnose bestätigt werden. Die Autoimmunerkrankung Ihres Westis, Karl, nennt sich Pemphigus foliaceus (PF). Wenn man die Krankheitsgeschichte Ihres Hundes verfolgt, wäre es denkbar, dass diese "Fehlreaktion" des Immunsystems evtl. durch ein Medikament ausgelöst wurde. Unter Umständen begann die Krankheit, wie vom Kollegen richtig beurteilt, mit einer allergischen Reaktion auf Flohspeichel und hat sich danach durch eine Unverträglichkeitsreaktion auf ein Medikament weiterentwickelt. In diesem Fall wäre die Prognose gut zu stellen, da wir den Auslöser für PF gefunden hätten. Nach Behandlung und Abheilen der Hautsymptome wären bei Vermeidung einer erneuten Provokation mit demselben Medikament kein Krankheitsschub mehr zu erwarten.
Hat PF aber einen anderen Hintergrund, der möglicherweise nicht zu ermitteln ist, müssen Sie mit einer Dauertherapie unseres Patienten rechnen.