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Schwanzabriss Katze

Olaf S. aus Cala Radjada fragt:

Eine unserer Katzen ist gestern mit dem Schwanz in der elektronischen Katzenklappe hängengeblieben und hat sich wie wild aufgeführt, bis wir sie befreien konnten. Jetzt hängt ihr Schwanz runter, scheint ihr aber nicht weh zu tun! Wird das wieder?

 

Lieber Olaf!


Bei Ihrer Beschreibung handelt es sich vermutlich um einen so genannten Schwanzabriss, einer Verletzung im Bereich des Kreuzbeins und der ersten Schwanzwirbel. Wir sehen dieses Trauma öfter bei Autounfällen, wenn der Autoreifen auf dem Schwanz des Tieres steht und die Katze mit aller Kraft wegzurennen versucht. Die Folge ist eine „Ausriss“ des Schwanzes aus der Wirbelsäule. Eine ähnliche Situation liegt bei dem von Ihnen beschriebenen Unfall vor.
Im Bereich Wirbelsäulenende-Schwanzanfang liegen diejenigen Nerven, die die Funktion von Urin-und Kotabsatz gewährleisten. Je nach Lage und Schweregrad der Verletzung – das heißt Blutungen, Gewebeschäden, Nervenabrisse – kann es daher zu Störungen in diesem Bereich kommen, meistens zu Urinabsatzstörungen. Sie sollten Ihre Katze genau beobachten, ob sie problemlos urinieren kann oder nicht. Wichtig für die Beurteilung der Verletzung ist auch, ob das Tier noch Schmerzempfinden im Schwanz zeigt.
Auf jeden Fall sollten Sie sofort tierärztliche Hilfe aufsuchen. Nachdem eine Röntgenuntersuchung gemacht wurde, wird eine medikamentelle Therapie eingeleitet. Das Therapieschema bei akuten Schädigungen im Rückenmark besteht aus hohen Gaben von MPSS (Methylprednisolon-Sodiumsuccinat) innerhalb der ersten 24 Stunden. Damit wird verhindert, dass sich Sekundärschäden ausbreiten. Gleichzeitig gibt man Antioxidantien zur Bekämpfung der entstehenden freien Radikale. Je nach Fall sollte der ausgerissene Schwanz amputiert werden. Durch die Operation kann abgestorbenes und nicht mehr funktionales Gewebe im traumatisierten Bereich entfernt und einer endogenen Toxinbildung vorgebeugt werden.
Die Prognose richtet sich danach, wie schwerwiegend die Verletzungen im Rückenmark sind und wie schnell eine adäquate Therapie eingeleitet werden konnte. Eine Schwanzamputation beeinträchtigt das Tier nicht. Wenn aber nach zwei bis drei Wochen keine Verbesserung der Urinabsatzstörung vorliegt, sieht es schlecht aus. Ist die Blasenfunktion intakt oder verbessert sich kontinuierlich, hat die Katze gute Chancen auf ein ganz normales Leben.