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Smegmaproduktion Rüde

Jutta B. aus Deutschland fragt Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Präputiumkatarrh beim Rüden. Sie schreiben, das Sekret käme u. a. auch aus den Drüsen der inneren Vorhaut. Meine Bitte an Sie wäre jetzt, mir mitzuteilen, ob es sich um Hormon-Drüsengewebe im Präputium handelt oder warum kastrierte Rüden nicht mehr entsprechend eitern. Ich warte brennend auf Ihre Antwort und bedanke mich sehr herzlich dafür im Voraus. :

 

Liebe Jutta!


Von einem Präputialkatarrh spricht man, wenn Rüden eine exzessive Smegmaproduktion zeigen und über die Präputialschleimhaut schleimige, gelblichweiße Flüssigkeit absondern. Unter Smegma versteht man eine physiologisch vorkommende Mischung aus Talg, Zelldetritus, Urin- und Spermarückständen, die sich zwischen Vorhaut und Peniseichel ansammelt. Der Talg wird von den Vorhautdrüsen produziert, der Detritus besteht aus abgeschilferten Zellen des sich ständig erneuernden Eichelepithels und Urin- bzw. Spermatropfen sind ebenfalls natürliche Rückstände. Smegmaausfluss beim Rüden ist kein krankhafter Zustand. Wenn sich allerdings Bakterien im Smegma ansiedeln, kann sich ein entzündlicher Prozess entwickeln. Kommt es zur bakteriellen Infektion, wird das Smegma eitrig, oft übelriechend und zusätzlich kann es zu Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit der betroffenen Schleimhäute kommen. In diesem Fall sind antibiotische Behandlung und/oder Vorhautspülungen indiziert. Die Behandlung tötet krankmachende Bakterien ab, verhindert aber nicht die natürliche Smegmaproduktion, d. h. eine Flüssigkeitsabsonderung ist auch nach der Behandlung mit Antibiotika weiterhin vorhanden.
Warum der Zustand bei kastrierten Rüden weniger ins Gewicht fällt, hat eine simple Ursache: Intakte Rüden setzen Reviermarken. Das bedeutet, dass sie oft kleine Urinmengen an verschiedenen Stellen absetzen und dementsprechend oft den Penis ausschachten. Damit ist eine Prädisposition für die Bakterienansiedlung im Präputium geschaffen. Auch sammeln sich viel mehr Urinrückstände an. Ebenso können sich Spermien unter die Vorhaut verirren. Ein kastrierter Rüde pinkelt selten und dann im Strahl und er produziert auch kein Sperma. Die Geschlechtsdrüsen sind inaktiv und die Mengen an Zelldetritus sind somit wesentlich geringer. Smegma wird auch vom kastrierten Rüden produziert, aber eben in geringeren Mengen und mit wesentlich geringerem Infektionsrisiko, so dass der Zustand vom Tierbesitzer in der Regel nicht mehr als störend wahrgenommen wird.