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Katzen als Zoonose-Risiko

Alexander H. aus Cala Bona fragt:

Bei uns in der Wohnanlage werden freilebende Katzen gefüttert und man findet daher in den Gärten große Mengen von Katzenkot. Wir würden gerne auf die Gefahren von Krankheiten hinweisen, die auf den Menschen übertragen werden können, und die Fütterei dadurch unterbinden.

 

Lieber Alexander!


Sie haben natürlich recht mit Ihrer Besorgnis, denn Erreger, die von Katzen auf den Menschen übertragen werden können, sind sicherlich nicht ohne Bedeutung. Neben unspezifischen bakteriellen Infektionen der Haut, die von Kratz- bzw. Bissverletzungen herrühren, wie sie auch von anderen Tieren verursacht werden können, gibt es die so genannten Zoonosen. Das sind Infektionskrankheiten, die speziell von Katzen auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen zu schweren systemischen Erkrankungen führen können.
Dazu gehören verschiedene bakterielle Infektionen. Die bekannteste ist sicherlich die so genannte Katzenkratzkrankheit (Bartonellose), die mit Fieber, Anorexie und Lymphknotenvergrößerung einhergeht. Weitere Beispiele sind Chlamydiosen, die als Bindehautentzündung oder leichte grippale Infekte in Erscheinung treten, dann Pasteurellose und Tuberkulose, die sich in Atemwegserkrankungen äußern, sowie Salmonellosen, die sich im Magen-Darmtrakt manifestieren. An übertragbaren Viren ist die Tollwut zu erwähnen, die allerdings auf Mallorca nicht vorkommt.
Der Übertragungsweg all dieser Krankheiten setzt allerdings den direkten Kontakt mit einer infizierten Katze voraus. Das heißt, die Eintrittspforten für die Erreger führen ausschließlich über Verletzungen oder über orale Schmier- und Tröpfcheninfektionen. Ansteckung auf Entfernung ist nicht möglich. Auch parasitäre Zoonosen, wie beispielsweise Wurmbefall, Toxoplasmose oder Giardiasis, sind leicht zu vermeiden, wenn man minimalhygienische Maßnahmen beachtet , da auch hier ein direkter Schmierkontakt von Katzenkot und Mensch vorangegangen sein muss. Zuletzt sind vielleicht noch die Pilzerkrankungen zu nennen, wie Mikrosporie und Sporotrichose. Hier können schon mal verrottetes Holz, verfaulte Pflanzenteile oder kontaminierte Erde als Zwischenträger dienen. Allerdings sind Katzen in diesen Fällen nicht die einzige Erregerquelle. Auch Hunde, Pferde, landwirtschaftliche Nutztiere oder wildlebende Tiere kommen – oft mit viel größerer Wahrscheinlichkeit als Katzen – als Infektionsherderde in Frage.
Katzenfutterplätze innerhalb einer Wohnanlage sind aus medizinischer Sicht also nicht unbedingt gefährlich. Ich gebe Ihnen aber durchaus Recht, wenn Sie sich durch das große „Katzenklo“ gestört fühlen. Die beteiligten Personen meinen es mit Sicherheit gut, wenn sie versuchen, den Straßenkatzen zu helfen. Die Fütterung sollte aber unbedingt in den Außenbereich verlegt werden, schon allein, um Haustiere vor eventuellen Infektionen zu schützen. Ich bin zuversichtlich, dass ein konstruktives Gespräch unter den Anwohnern hilft, eine befriedigende und tierschutzgerechte Lösung zu finden.