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Dirofilariose Hund

Sarah und Guido W. aus Münster fragen:


Bei unserem Mischlingshund Oskar wurde die Herzwurmerkrankung festgestellt. Wir haben Oskar im November 2013 über eine Tierschutzorganisation zu uns geholt. Er kommt ursprünglich aus einer Tötungsstation in Ungarn. Wir wollten ihn kürzlich bei unserem ortsansässigen Tierarzt noch einmal routinemäßig untersuchen lassen und im Zuge dessen haben wir Oskar auch das Mittel Milbemax in Form von einer Tablette verabreicht. Etwa vier Stunden nach der Einnahme hat Oskar einmalig erbrochen und war von einem Moment auf den anderen sehr schlapp, nahezu apathisch und hat auf Ansprache unsererseits nicht reagiert. Auch schien ihm Bewegung jeglicher Art schwer zu fallen. Zwischenzeitlich hatte sich sein Zustand wieder etwas gebessert, bevor er dann wieder deutlich schlapper wurde. Weitere Untersuchungen ergaben, dass wahrscheinlich eine Herzwurmerkrankung vorliegt. Einen Termin für einen Herz-Ultraschall haben wir erst für Ende des Monats in einer Tierklinik bekommen. Welches Medikament ist nach Ihrer Erfahrung am besten zur Behandlung der Herzwurmerkrankung geeignet?

 

Liebe Sarah, lieber Guido!


Die Herzwurmerkrankung, medizinisch kardiovaskuläre Dirofilariose genannt, ist eine parasitäre Erkrankung. Der Erreger ist ein Parasit namens Dirofilaria immitis, für dessen Entwicklung immer zwei Wirte notwendig sind. Die Entwicklungszyklen 1 bis 3 der Larven, die so genannten Mikrofilarien, verlaufen in Stechmücken. Die Stechmücke überträgt beim Saugakt diese Mikrofilarien dann auf den Wirt. In der Unterhaut erfolgt innerhalb von zwei Monaten die Entwicklung zum Larvenstadium 4. Diese Larven wandern über die Muskulatur in die Blutgefäße und entwickeln sich nach weiteren zwei bis drei Monaten zu den erwachsenen Herzwürmern, den Makrofilarien. Die adulten Würmer leben bevorzugt in den Lungenarterien, wo sie durch ihre Anwesenheit reaktive Gefäßläsionen verursachen. Dabei kann auch ein sehr geringer Parasitenbefall zu Lungenschäden führen. Bei stärkerem Befall siedelt sich der Wurm auch in der rechten Herzhälfte und den herznahen Abschnitten der Hohlvenen an. Eine solche Erkrankung führt unbehandelt häufig zu einem schlechten körperlichen Zustand mit allen Symptomen eines Rechtsherzversagens.

Vor einer Behandlung sollte allerdings auf jeden Fall eine klare Diagnose gestellt werden. Dazu gehört bei allen Hunden eine gründliche Anamnese und klinische Untersuchung. Bei der Blutuntersuchung gibt es zwei Verfahren, die diagnostisch angewendet werden. Röntgenaufnahmen des Thorax geben den besten Überblick über den Schweregrad der Erkrankung der Lungenarterien und des Lungengewebes und helfen bei der Prognosestellung. Die Therapie ist nicht deswegen kompliziert, weil es an wirksamen Medikamenten mangelt, sondern weil nach Behandlungsbeginn durch das massive Absterben von Mikrofilarien Embolien und schwere anaphylaktische Reaktionen auftreten können. Eine kausale Therapie erfordert zunächst die Abtötung der Makrofilarien. Das Medikament der Wahl ist Melarsomin. Danach verwendet man Ivermectin bzw. dessen Derivate zur Abtötung der Mikrofilarien. Aber Vorsicht! Wie zuvor erwähnt kann es bei hoher Mikrofilariendichte (> 1000 / ml Blut) sinnvoll sein, zunächst die Mikrofilarien zu reduzieren, und erst im Anschluss die Makrofilarien abzutöten, um zu heftige und schwerwiegende Nebenwirkungen zu vermeiden.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!