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Kakaovergiftung

Karina S. aus Sa Pobla fragt:

Unser Fiffi ist ein Süßer! Er frisst nämlich für sein Leben gerne Schokolade. Bekommen Tiere von Süßigkeiten auch Karies oder brauchen wir uns deswegen keine Gedanken zu machen?

 

Liebe Karina!


Leider fressen nicht nur viele Hunde gerne Schokolade, sondern auch manch eine Katze. Auch einige Kaninchen und sogar Pferde sind ganz versessen darauf! Leider deswegen, weil Schokolade ein Genussmittel ist, das gerade für Hunde, Katzen und Pferde gänzlich ungeeignet ist. Dabei geht es aber nicht um den Zucker in der Schokolade, der eventuell zu Karies führen könnte, sondern um den Kakao, der bei diesen Tieren Schäden verursacht.

Kakaohaltige Lebensmittel sind nachweislich seit 1500 v. Chr. bekannt. Nach dem Herauslösen der Samenkapsel werden die Kakaobohnen getrocknet, dann geröstet und gemahlen. Besonders die Azteken konsumierten ein Getränk, das Kakao, scharfen Pfeffer, Vanille und Wasser enthielt und das der Schokolade („Xocó = bitter, „atl“ = Wasser), letztlich ihren Namen gab. „Xocólatl“ galt als berauschend und war daher den Männern vorbehalten. Kakaopulver wurde im 16. Jh. nach Europa gebracht und galt auch dort lange Zeit als anregendes Medikament und Aphrodisiakum. Heutzutage wird es vermischt mit Milch und Zucker weltweit als Lebensmittel genossen.

Ungesüßtes Kakaopulver enthält verschiedene Wirkstoffe wie Koffein, Theophyllin, Paraxanthin, Anandamid und vor allem 1-3% Theobromin. Auf den Menschen wirken diese Stoffe u. a. herzschützend, karieshemmend, dauerhaft anregend und stimmungsaufhellend. Also nur im positiven Sinne. Für Hund und Katze dagegen ist das Theobromin im Kakao ein großes Problem. Die hohe Verfügbarkeit des Stoffes im Organismus - von 80% und mehr- führt bei Hund und Katze zu hohen Blutplasmakonzentrationen von Theobromin nach dem Verzehr von kakaohaltigen Lebensmitteln. Durch die mangelnde enzymatische Fähigkeit des Tierorganismus, den Stoff schnell wieder abzubauen, kommt es zu einer langen Verweildauer im Blutkreislauf.

Die Auswirkungen des Stoffes können die Tiere nachhaltig schädigen. Abhängig von der Menge des aufgenommenen Theobromins kommt es zwischen vier und zwölf Stunden nach der Aufnahme zu Erbrechen und Durchfall, Erregung, Zittern, Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen, zu Lähmungserscheinungen, Mattigkeit und im ungünstigsten Fall zum Tod durch Herzversagen. Man weiß heute, dass die tödliche Dosis für Hund und Katze bei ca. 100 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht liegt. Wenn wir das jetzt auf Schokolade hochrechnen, bedeutet es real, dass eine Tafel (100 g) dunkle Schokolade (deren Kakaoanteil ja höher liegt) oder drei Tafeln Milchschokolade einen kleinen Hund von 10 bis 15 kg wahrscheinlich töten würden. Oder noch anschaulicher: 2 Stückchen Bitterschokolade zu fressen bedeutet für einen Chiuahua das Todesurteil.

Hätten Sie das gedacht, Karina?
Also: Süßigkeitsdepots immer hundesicher anlegen und vor allem vor Feiertagen wie Ostern (Schokoladenhasen!) und Weihnachten (Nikoläuse!) den Vierbeiner besonders gut im Auge behalten! Sollte Ihr Hund doch einmal eine (zu) große Menge Schokolade vertilgt haben, bringen Sie ihn gleich zum Tierarzt. Dieser wird umgehend ein medikamentelles Erbrechen einleiten und Ihren Vierbeiner so vor größerem Schaden bewahren.