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Tiermedikamente

Frank T. aus Sa Torre fragt:


Unser Hund – ein Dackel – hat sich bei meiner Frau mit Husten angesteckt. Wir haben ihm dieselben Medikamente verabreicht, die auch meine Frau bekommt, denn wir glauben, dass Tiermedikamente nichts anderes sind als Medikamente für Menschen. Wir wollten Sie eigentlich nur fragen, ob wir mit der Kinderdosierung richtig liegen?

 

Lieber Frank!


Leider gibt es viele Tierhalter, die so denken wie Sie! Und leider müssen wir deswegen recht oft Tiere behandeln, die unter den Nebenwirkungen einer falschen Medikamentengabe leiden. Denn was gut für den Menschen ist, ist nur in den wenigsten Fällen auch für das Tier geeignet.

Dabei geht es gar nicht um die Verschiedenartigkeit der Medikamente, denn grundsätzlich unterscheiden sich Tiermedikamente nicht von denen für Menschen, da haben Sie Recht, Frank. Aber es geht um die unterschiedliche Verträglichkeit der Arzneistoffe bei den verschiedenen Spezies und um ihre unterschiedliche Galenik, das heißt, ihre Darreichungsformen. Diese Unterschiede möchte ich Ihnen kurz erklären.

Verschiedene Tierarten unterscheiden sich meistens nicht nur in ihrer Anatomie (man bedenke die Gebissunterschiede bei Pflanzen- und Fleischfressern), sondern auch geringfügig in ihrer Physiologie. Das heißt, es gibt Unterschiede bezüglich Enzymen, Hormonen, Vitaminen usw. Das wiederum bedeutet, dass verschiedene Stoffe von der jeweiligen Tierart unterschiedlich verarbeitet und verstoffwechselt und somit eben auch sehr unterschiedlich vertragen werden. Ein bekanntes Beispiel ist die absolute Unverträglichkeit mancher Floh-und Zeckenmittel für Katzen. Oder die Giftigkeit mancher Humanschmerzmittel (Diclofenac, Paracetamol) für Hunde. Oder einfach nur das Füttern von Schokolade.

Manche Arzneimittel werden – je nach Tierart – nur verzögert abgebaut und kumulieren im Körper, wodurch sie Schaden anrichten. Manche Medikamente werden in vielfach höherer Dosierung gebraucht als es beim Menschen notwendig wäre. Und manche Stoffe sind einfach wirkungslos.

Um Medikamente richtig einzusetzen, ist nicht nur der Wirkstoff wichtig, sondern auch die Galenik, d. h. die Arzneiform, in der der Wirkstoff verarbeitet ist. Fast immer enthält die endgültige Darreichungsform Hilfsstoffe, die gewährleisten, dass das Mittel auch vom Körper verwertet werden kann.

Daher teilt der Gesetzgeber Arzneimittel generell in zwei Klassen auf: Medikamente für Menschen und Medikamente für Tiere (gekennzeichnet mit: ad.us.vet.) Tierarzneimittel sind in der Regel für die spezielle Spezies in unterschiedlichen Gewichtsklassen zubereitet und verschreibungspflichtig bzw. über den Tierarzt zu beziehen. Muss in Einzelfällen aufgrund einer spezifischen Diagnose auf Humanpräparate zurückgegriffen werden, wird der Tierarzt die Dosierung und Eingabedauer ganz individuell festlegen. Denn dafür haben wir Tierärzte eine spezielle Ausbildung: Für die Durchführung gezielter medikamenteller Behandlungen beim Tier.