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Infusionstherapie

Katja Ö. aus Ses Salines fragt:

Bei der – übrigens konsequenten – Lektüre Ihrer Kolumne bin ich immer wieder erstaunt, was es alles an Erkrankungen bei Tieren gibt. Aber obwohl es sich um die unterschiedlichsten Krankheitsbilder handelt, sprechen Sie im Zusammenhang mit der Behandlung fast immer von Infusionen.
Was genau ist eigentlich eine Infusion und wozu brauchen das fast alle kranken Tiere?

 

Liebe Katja!



In der Tat ist die Infusionstherapie eine sehr verbreitete und wichtige Begleitbehandlung in der Tiermedizin – wenngleich sie auch bei weitem nicht von allen kranken Tieren benötigt wird.

Unter „Infusion“ versteht man das Einführen von bestimmten Flüssigkeiten in einen Organismus. Das kann bedeuten, dass die Zufuhr über Blutgefäße erfolgt oder unter die Haut verabreicht wird. Eine Infusion kann auch rektal, direkt in den Bauchraum oder in die langen Röhrenknochen gegeben werden.

Das Körpergewicht eines erwachsenen Hundes besteht zu ca. 60% aus Körperwasser. Man darf sich allerdings nicht vorstellen, dass die Haut einen großen Wasserbehälter umschließt. Die Flüssigkeitsstrukturen innerhalb eines Körpers sind hoch komplex und exakt definiert. Etwa zwei Drittel der Körperflüssigkeit befindet sich innerhalb von Zellen. Ein Drittel befindet sich im Raum zwischen den verschiedenen Geweben und innerhalb von Blutgefäßen.

Zwischen diesen „Abteilungen“ herrscht im Normalfall ein Gleichgewicht, was Menge, Zusammensetzung und Konzentration der Flüssigkeit angeht. Dafür sorgen Scheidewände, die zwar das Lösungsmittel selbst, nicht aber alle darin gelösten Stoffe, wie beispielsweise Natrium, Kalium, Phosphate, Eiweiße, Chloride oder Bikarbonate, durchlassen. Das reibungslose Funktionieren eines Organismus basiert im Wesentlichen auf diesen Vorgängen.

Bei sehr vielen Erkrankungen kommt es zu Flüssigkeitsverschiebungen, insbesondere zwischen dem Zwischengewebsraum und den Gefäßen. Das wiederum kann zu Druckveränderungen und zu Elektrolytverschiebungen führen. Je nach Schwere und Ursache der Veränderung kann sich die Situation bis zum so genannten Schock verschlimmern. Bei einem physischen Schock können lebenswichtige Organe nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden, was zum Tod führen kann.

Damit es nicht so weit kommt und um dem Körper frühestmöglich eine Hilfestellung bei der Flüssigkeitsregulierung zu geben, wird die Infusionstherapie bei verschiedenen Erkrankungen begleitend eingesetzt.

Dazu gehören in erster Linie natürlich Krankheiten, bei denen ein Flüssigkeits- und Elektrolytverlust offensichtlich ist. Blutungen, Erbrechen, Durchfälle, Nierenerkrankungen, Diabetes oder Hitzschlag sind beispielsweise eindeutige Indikationen für den Flüssigkeitsersatz. Die therapeutische Wiederauffüllung des Kreislaufs durch Elektrolytlösungen ist jedoch manchmal auch bei Entzündungen und Infektionen notwendig, um der schleichenden Schädigung von Organen vorzubeugen und den Körper bei allen Selbstregulierungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Oftmals ist ein Tier auch einfach nicht in der Lage, selbstständig zu fressen und zu trinken. In diesem Fall wird durch die Infusion die fehlende Zufuhr ersetzt und versucht, den Erhaltungsbedarf zu decken

Ich hoffe, Katja, dass Sie jetzt zukünftig beim Lesen dieser Artikel ein wenig besser verstehen werden, was wir Tierärzte mit der Infusionstherapie erreichen wollen.