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Außenschmarotzer allgemein

Hubert und Anja S. aus Algaida fragen:

Mit Interesse verfolgen wir Ihre Serie über Hautkrankheiten beim Tier. Wir leben schon sehr lange in Mallorca und halten Hunde, Katzen und Vögel. Jeden Sommer kämpfen wir erneut gegen die vielen Parasiten, die sich auf unseren Tieren niederlassen. Könnten Sie uns einmal erklären, welche dieser Parasiten für Tier und Mensch wirklich gefährlich sind und vor allem, wie wir unsere Tiere und uns davor schützen können.

 

Liebe Anja, lieber Hubert!


In der Tat gibt es sehr viele Schmarotzer, die unsere Tiere befallen können. Man unterscheidet zwischen Ektoparasiten und Endoparasiten. Ektoparasiten sind Schmarotzer, die ein Lebewesen von außen befallen, Endoparasiten dringen ins Innere eines Körpers ein. Die meisten Parasiten sind wirtsspezifisch, d. h. sie bevorzugen eine bestimmte Tierart und befallen nur in Ausnahmefällen "Fremdwirte" wie beispielsweise den Menschen. Deswegen kommt es relativ selten zu einer direkten Übertragung des Parasiten auf den Menschen, auch nicht bei engem Kontakt.
Allerdings kann es vorkommen, dass der Schmarotzer Infektionserreger überträgt, die auch den Menschen krank machen können. Daher hat die Parasitenbekämpfung bei unseren Haustieren nicht nur ästhetische Gründe, sondern es gilt auch, mögliche Risiken für uns Menschen abzuwehren.

Im Folgenden ein kleiner Überblick über die bei unseren Haustieren am häufigsten vorkommenden Außenschmarotzer:
* Flöhe
Flöhe sind mit Sicherheit die häufigste Ektoparasitose bei Hunden und Katzen. Der Floh ist ein ca. 2 mm großer Parasit mit enormer Sprungkraft, der im Fell des Wirtstiers Ausscheidungen hinterlässt, die als kleine schwarze Punkte leicht erkennbar sind. Flohbefall kann zu Hautentzündungen und zu allergischen Erkrankungen führen (siehe MM N° 23). Der Floh kann Bandwürmer und Herzwürmer übertragen (Katze/Hund) und ist auch ein häufiger Überträger von bakteriellen Erkrankungen (Yersinien, Brucellen, Rickettsien, Pastorellen, Bartonellen), die beim Wirt oder auch beim Fremdwirt verschiedene fiebrige Entzündungen auslösen können. Ein berüchtigtes Beispiel war die vom Rattenfloh übertragene Pest im Mittelalter. Durch die heutigen verbesserten hygienischen Bedingungen spielen jedoch vom Floh übertragene Erkrankungen in unseren Breitengraden beim Menschen keine Rolle mehr.
* Läuse
Läuse kriechen über die Hautoberfläche und kleben ihre Eier, die sogenannten Nissen, an den Haarschaft. Bei schlechten Hygieneverhältnissen können Menschenläuse als Plage auftreten. Bei Hunden und Katzen dagegen ist ein Befall mit Läusen eher selten. Der Parasit ist ausgesprochen wirtsspezifisch, daher ist die Tierlaus für den Menschen bedeutungslos.
* Mücken und Fliegen
Stechmücken: Bekannte Überträger des Herzwurms (Hund) und in manchen Gegenden auch der Malaria (Mensch). Beide Krankheiten kommen auf unserer Insel nicht vor.
Sandmücken: Verantwortlich für die Übertragung von Leishmanien, einer gefährlichen Erkrankung für Mensch und Hund (siehe MM N° 14,15,16). Informationen über diese Krankheit und über den Schutz unserer Hunde vor den Überträgerparasiten sollte man sich in Mallorca auf jeden Fall besorgen. Ihr Tierarzt wird Sie ausführlich über die Leishmaniose beraten.
Kriebelmücken: Kleine, oft kaum sichtbare Plagegeister, bei denen das Weibchen in wenig behaarte Hautstellen sticht. Der Stich kann bei Mensch und Tier lokale Hautreizungen und -entzündungen hervorrufen. Kriebelmücken sind den ganzen Tag aktiv und können, besonders bei Weidetieren, zu erheblichen Belästigungen führen.
Schmeißfliegen: Stechen zwar nicht, sie legen aber ihre Eier an Stellen ab, an denen die Haut entzündet oder verletzt ist. Der nachfolgende Madenbefall kann unter ungünstigen Umständen dramatische Ausmaße annehmen.
* Zecken
Zecken sind weit verbreitet und zu Recht gefürchtet. Dabei handelt es sich um einen Parasiten, der bei Tier und Mensch zahlreiche Krankheiten übertragen kann. Von den vielen Zeckenarten sind hier bei uns hauptsächlich drei von Bedeutung:
Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus): Bekannt als Überträger der menschlichen Gehirnhautentzündung, genannt Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), und der Borreliose (Lyme Disease), einer Infektionskrankheit, deren Anzeichen sich (bei Mensch und Hund) von Veränderungen der Haut an der Stichstelle über Symptome der großen Gelenke bis hin zu Symptomen des Nervensystems erstrecken können. Beide Krankheiten sind, im Gegensatz zu Deutschland, auf den Balearen nicht verbreitet.
Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus): In unserer Klimazone die bedeutendste Zecke, die hauptsächlich beim Hund vorkommt und zahlreiche Krankheiten auf diesen übertragen kann. Dazu gehören beispielsweise Babesiose, eine Krankheit, die rote Blutkörperchen zerstört, Erlichiose, eine Erkrankung, die der Leishmaniose sehr ähnlich sein kann, oder die infektiöse Leberentzündung des Hundes. Obwohl die braune Hundezecke nur sehr selten auf den Menschen übergeht, so kann sie bei diesem in seltenen Fällen doch eine typhusähnliche fiebrige Erkrankung auslösen.
Die Buntzecke (Dermacentor reticulatus): Weniger verbreitet befällt sie hauptsächlich Wiederkäuer und Pferde. Für Hund und Pferd kann sie Überträger der Babesiose sein, für Hund und Katze Überträger von Rickettsien, einem Typhuserreger.
* Milben
Milben sind Ektoparasiten, bei denen die meisten Arten nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind. Daher kann Milbenbefall auch nur vom Tierarzt mit diagnostischen Hilfsmitteln wie dem Mikroskop erkannt werden. Milben sind weit verbreitet und bei Hund und Katze sehr oft Auslöser für Hauterkrankrankungen. Die berüchtigtste Milbenerkrankung ist sicherlich die sogenannte Räude.
Räudemilben: Wir unterscheiden die Körperräude (Erreger = Sarcoptes/Notoedres) und die Demodikose (Erreger = Demodex). Bei der Körperräude ist das Tier mit Krusten bedeckt, verliert nach und nach das Fell und leidet unter extrem starkem Juckreiz. Diese Form der Räude ist höchstgradig ansteckend und auch direkt auf den Menschen übertragbar (Krätze). Demodexmilben hingegen sind Teil der natürlichen Hautflora und verbreiten sich nur, wenn andere, die Immunabwehr schwächende Grunderkrankungen vorhanden sind. Demodikose verläuft weit weniger dramatisch als Körperräude, ist aber unter Umständen nur sehr schwer behandelbar. Bei Katzen sind davon hauptsächlich siamesische und burmesische Rassen betroffen.
Cheyletiellen: Sehr große Milben, die eigentlich beim Kaninchen vorkommen. Aber auch Hund, Katze und Mensch können betroffen sein. Man sieht den Parasiten beim genauen Hinsehen als "wandernde Schuppen" auf der Haut.
Ohrmilben: Mit die häufigste Ursache für Gehörgangsentzündungen bei Hund und Katze (MM °27). Auch Ohrmilben sind nur mit entsprechenden diagnostischen Hilfsmitteln auszumachen.
Herbstgrasmilben: Können Tier und Mensch befallen (Juni bis Oktober). Körperzonen, die mit dem Boden in Berührung kommen, sind von intensivem Juckreiz betroffen. Die Einrittsstellen der Milben zeigen sich als winzige Pusteln, meist zwischen den Zehen.

Einen pauschalen Tipp, wie Sie Ihre Tiere am besten vor diesen Parasiten schützen können, kann ich Ihnen nicht geben. Gegen Milben kann man sein Tier kaum vorbeugend schützen. Milbenbefall (auch Ohrmilbenbefall!) ist mit einer Hauterkrankung gleichzusetzen. Hier ist eine tierärztliche Therapie unumgänglich.
Für die Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Mücken, Fliegen und Zecken sind zahlreiche unterschiedliche Präparate auf dem Markt, die wirksam vor diesen Schmarotzern schützen. Aber nicht jedes Präparat hilft gegen jeden Parasiten. Und das „Viel hilft viel“-Prinzip lässt sich hier schon gar nicht anwenden, denn alle diese Mittel sind Medikamente, die genau nach Tiergewicht dosiert werden müssen, wenn sie helfen und nicht schaden sollen! Ob Halsband, Spray oder Auftropfpräparat und welche Marken oder welche Kombinationen für Ihr Tier geeignet sind, sollten Sie immer mit Ihrem Tierarzt besprechen.